Zur Geschichte des Bielefelder Friedrich Wilhelm Murnau-Preises 1988 – 2017

1988, zum 100. Geburtstag Friedrich Wilhelm Murnaus, der am 28. Dezember 1888 in der Bahnhofstraße in Bielefeld zur Welt kam, wird zum ersten Mal den Bielefelder Friedrich Wilhelm Murnau-Preis vergeben, als Würdigung des wohl bedeutendsten Sohnes der Stadt.

Preisgeber ist die Bielefelder Bankenvereinigung, ein organisatorisches Zweckbündnis der Bielefelder Privatbanken, die damit unter dem Vorsitz von Dr. Horst Annecke eine Anregung des Bielefelder Fotografen Heinrich Gräfenstein aufnehmen, der sich viele Jahre für eine Würdigung Murnaus in dessen Heimatstadt eingesetzt hatte.

Am 12. November nimmt der französische Filmkritiker, Filmregisseur und Autor Eric Rohmer (1920 – 2010) den seinerzeit mit 10 000 D-Mark dotierten Filmpreis entgegen, zusammen mit einem Abguss der Totenmaske Murnaus. Die Preisverleihung findet im Bielefelder Kino Capitol in der Bahnhofstraße statt, direkt neben dem baulich inzwischen unkenntlichen Geburtshaus des Regisseurs. Bereits 1948 hatte Rohmer Murnaus Film „Tabu“ als „den größten Film des größten Regisseurs aller Zeiten“ bezeichnet. Nach Jahren als Chefredakteur der „Cahiers du Cínema“, Filmen fürs Kino und fürs Fernsehen, befasste er sich auch wissenschaftlich mit Murnau und verfasste er 1972 seine Dissertation zur Organisation des Raumes in Murnaus Faustfilm.

1 / 5