1991 wird mit Wim Wenders als zweitem Bielefelder Murnaupreisträger ein Autorenfilmer ausgezeichnet, dessen Werk, von cineastischer Raffinesse geprägt, das Filmerbe lebt: So widmete Wender „Nick’s Film: Lightning Over Water“ dem großen amerikanischen Genre-Regisseur Nicolas Ray.

Konsequenterweise wird mit Henri Alekan 1993 ein international hoch anerkannter Kameramann, genannt der „Magier von Licht und Schatten“, ausgezeichnet, aus dessen umfangreicher Filmographie an dieser Stelle nur Jean Cocteaus „Le Belle et la Bête“ (1946), Jules Dassins „Topkapi“ (1964) und Wim Wenders’ „Himmel über Berlin“ als seine letzte Kameraarbeit 1987 genannt werden.

Auf Vorschlag der Münchner Filmkritikerin und –historikerin Frieda Grafe, die die Bielefelder Preisgeber berät, zeichnet die Jury 1996 den Münchner Filmemacher, Maler und Schriftsteller Herbert Achternbusch aus, der entgegen seiner Beteuerung, den Preis in Bielefeld persönlich anzunehmen, nicht erscheint und die Begründung dafür in einem ganzseitigen Artikel in der Süddeutschen Zeitung nachliefert.

1999 wird der Preis dem französischen Drehbuchautor, Filmregisseur und –kritiker Jacques Rivette, dessen Name vor allem mit der Nouvelle Vague verknüpft ist, im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Pariser Goetheinstitut überreicht, da er zu schwer erkrankt ist, um zu einer Verleihungszeremonie nach Bielefeld zu kommen.

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